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Christof Dambeck zum Thema Schaumwaffel: Ein Hoch auf die Schaumwaffel
Schaumwaffeln werden in Fliegerkreisen Modellflugzeuge aus Leichtschaum genannt. Von den alten Modellflughasen werden diese Modelle nicht so richtig ernst genommen. Sie sind eben nicht aus Holz oder GFK, sondern aus Materialien, die alle mehr oder weniger viel mit Styropor gemeinsam haben. Die Materialien haben so wohl klingende Namen wie Elapor, Flexit, Depron, Hypodur, EPP (expandiertes Polypropylen) oder Arcel.
Ich möchte an dieser Stelle eine Lanze für diese Modelle brechen, denn Sie haben den Flugzeugmodellbau revolutioniert. Dieses Hobby ist seit der Erfindung der Schauwaffel viel günstiger geworden, weil diese Modelle sehr preiswert sind und sich genauso preiswert und auch noch einfach reparieren lassen. Darüber hinaus sind Schauwaffeln leicht zu bauen; die meisten werden ohnehin in einem sehr hohen Vorfertigungsgrad geliefert, also als ARF-Version (almost ready to fly = fast fertig zum fliegen) oder RTF (ready to fly = fertig zum fliegen). So kann man für ca. 150,00 € (ARF) ein Modell-Flugzeug erwerben, das auch wirklich fliegt. Für die RTF-Variante muss man meist etwa 100,00 € mehr zahlen und erhält zusätzlich Sender, Empfänger, Akku und ein Ladegerät.
Schaumwaffeln sind nicht mehr aufzuhalten; sie vermehren sich schneller als Karnickel, machen aber keinen Dreck und fressen auch keine Möhren. Dafür machen sie irre viel Spaß. Das Angebot ist mittlerweile riesig. Vom einfachen Trainer, über Kunstflugmodelle, Spaßflieger, Warbirds, Scale-Modelle, Segler, Jets, Nurflügler bis hin zum Airliner gibt es aus Leichtschaum eine enorme Vielfalt an Fluggeräten, die keine Wünsche offen lässt.
Die steigende Beliebtheit und die Vielseitigkeit der Schauwaffeln lässt sich auch daran erkennen, dass es mittlerweile sogar eine spezielle Zeitung für Modelle aus Leichtschaum gibt; sie trägt den treffenden Namen „Foamie“. Mit zum Erfolg von dieser Gattung hat natürlich auch die rasante Entwicklung des Elektroantriebes beigetragen. Bürstenlose Motoren und Lithium-Akkus sind ein Segen für den Modellbau; mit dieser Technik stoßen Elektroflieger in Bereiche vor, die man noch vor kurzem ausschließlich den Modellen mit Verbrenner-Motoren zugeordnet hätte.
Bei allem Lob haben Schaumwaffeln natürlich auch Nachteile: Man erkennt bei näherem Hinsehen, dass sie aus Styropor bzw. einem artverwandten Material hergestellt sind, bei starkem Wind sind diese Modelle je nach Bauart schwierig bis gar nicht zu fliegen und die Maximalgröße endet bei etwa 160 cm Spannweite (mit Ausnahme von Seglern). Unbegrenzt ist dagegen der Spaßfaktor, den diese Modelle bieten. Das Hallenfliegen wäre ohne Schaumwaffeln schließlich kaum denkbar.
Wer also mit dem Gedanken spielt, ins Reich der Modellflieger einzutreten, ohne dabei tief ins Portemonnaie greifen zu müssen, der ist mit einer Schaumwaffel bestens bedient. Und wenn er erst einmal mit dem Modellflugvirus infiziert ist, dann greift er früher oder später auch zu einem Flugzeug aus Holz oder GFK und damit können dann auch die alten Modellbauhasen wieder etwas anfangen.
Christof Dambeck
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